Morality and AI
Kaum eine Technologie wirft derzeit so viele ethische Fragen auf wie künstliche Intelligenz, und deren Regulierung steht im Zentrum aktueller politischer Debatten.
Aber welche ethischen Bedenken prägen die politische Debatte über künstliche Intelligenz, wie werden sie begründet und mit welchen konkreten Massnahmen (z.B. Aufsichtsstellen, Berichtspflichten und Verfahren zur Überprüfung des KI-Einsatzes) werden sie verbunden? Das Projekt «Morality and AI» untersucht diese Fragen anhand von Parlamentsdebatten in der Schweiz und in Deutschland. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob vor allem die Art der Begründung – nicht das Bedenken allein – erklärt, wann eine Massnahme vorgeschlagen wird.
Die methodische Innovation liegt darin, die automatisierte und systematische Erkennung ethischer Bedenken mit der Analyse ihrer Begründungen und der damit verbundenen Massnahmen zu verknüpfen. Dazu vergleicht das Projekt Textklassifikationsverfahren auf Basis von SVM und BERT mit grossen Sprachmodellen (LLMs) und zeigt, wo Letztere im Vorteil sind. Zudem prüft es, ob diese Begründungsmuster der klassischen Links-Rechts-Achse folgen oder über politische Lager hinweg bestehen.
So entsteht ein methodisch fundiertes Instrument zur Analyse ethischer Bedenken, Begründungen und Massnahmen in grossen Textbeständen, das auch für andere politische und gesellschaftliche Debatten nutzbar sein soll, in denen moralische Ansprüche eine Rolle spielen.
Das Projekt wird von der Digitalisierungskommission der Universität Bern (DigiK) gefördert.
Projektleitung: Dr. Anina Schwarzenbach (Rechtswissenschaftliche Fakultät) – Expertise in KI, Governance und gesellschaftlichen Konsequenzen.
Teammitglieder: Christian Ammon (Doktorand) – Expertise in KI, Rechtspersönlichkeit und Recht; Ahmed Eldably (Masterstudent, studentischer Mitarbeiter) – Expertise in der Verarbeitung natürlicher Sprache (NLP) und Textklassifikation; Ahmad Alhineidi (Data Science Lab Bern) – Expertise in NLP und Textklassifikation.
